Jahreswechsel 2018 - 2019: Grußwort des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie das Jahr 2018 vor Ihrem geistigen Auge Revue passieren lassen? Wahrscheinlich ein Reigen aus – hoffentlich vielen – fröhlichen und wohl auch leidvollen Ereignissen aus Privatem und Öffentlichem. Vielleicht kommt Ihnen der wenig weltmeisterliche Auftritt unserer Nationalmannschaft bei der WM in Russland in den Sinn. Um Klassen besser war da Angelique Kerber, die als erste deutsche Tennisspielerin nach Steffi Graf in Wimbledon den Titel holte. Und sicherlich treibt Ihnen das Stichwort „Hitze-Sommer“ noch einmal Schweißperlen auf die Stirn.

„Blick zurück im Zorn“ heißt das Erstlingswerk des britischen Dramatikers John Osborne. Ich bin sehr dankbar, dass wir hier in der Verbandsgemeinde Wonnegau allen Grund dazu haben, nicht im Zorn, sondern in Dankbarkeit und Freude auf das abgelaufene Jahr zurückzublicken. Schaut man sich in der Welt um, ist das alles andere als selbstverständlich. Dass wir so gut dastehen, verdanken wir nicht zuletzt Ihrem Einsatz, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Viele von Ihnen setzen sich für Ihre nächste Umgebung, für Ihre Vereine und Organisationen ein. Sie alle zusammen bewirken für unsere Verbandsgemeinde und die dazugehörenden Gemeinden ein positives Miteinander. Respekt und gegenseitige Wertschätzung prägen den Umgang miteinander. Herzlichen Dank und bleiben Sie weiter so aktiv. Es ist mit Ihr Verdienst, dass ich mir beim Blick in die Zukunft unserer Verbandsgemeinde keine Sorgen mache.

Die Resultate in unseren Ortsgemeinden, der Stadt Osthofen und der Verbandsgemeinde können sich sehen lassen. Die Bilanz für das Jahr 2018 fällt gut aus. Vor allem die Kindergärten, heute werden sie Kindertagesstätten genannt, standen im Focus. So wurde in Osthofen die Erweiterung der Einrichtung im Stärkmühlweg feierlich eingeweiht. In Westhofen wird neben der vorhandenen Kindertagesstätte eine weitere gebaut. Die Bauarbeiten stehen kurz vor dem Ende. Demnächst werden dort die ersten Kinder einziehen. Auch in Gundheim fehlte es an Platz im Kindergarten. So entschloss sich die Ortsgemeinde, Geld in die Hand zu nehmen und die Einrichtung um eine weitere Gruppe zu erweitern. Hier sind die Arbeiten in vollem Gange und werden ebenso wie an der Kindertagesstätte in Monzernheim im Frühjahr abgeschlossen sein.

Die Bautätigkeiten an den Kindertagesstätten haben zwei Gründe: es gibt wieder mehr Kinder und die Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter drei Jahren hat die Annahmen des Kreisjugendamtes, das für die Bedarfsplanung zuständig ist, bei weitem überschritten.

Wenn die Kinderzahlen steigen und die Plätze in den Kindergärten nicht mehr ausreichen, stellt sich gleich als nächste Frage, wie es in den Grundschulen aussieht. An eine Schließung irgendeiner Schule in unserer Verbandsgemeinde haben wir in der Vergangenheit noch nie gedacht und tun es aufgrund der aktuellen Entwicklung schon gar nicht. Im Gegenteil, die Grundschule in Osthofen ist zu klein. Die Seebachschule hat zwölf Klassenräume und deckt damit den Bedarf für 3 Klassen je Jahrgang ab. Inzwischen ist der Bedarf aber auf 5 Klassen je Schuljahrgang gestiegen. So hat sich der Verbandsgemeinderat entschlossen, eine neue Schule mit jeweils 5 Zügen zu bauen. Inzwischen wurden der Architekt und die Fachingenieure ausgewählt, was sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Die Finanzierung der für eine Verbandsgemeinde unserer Größe doch sehr hohen Kosten ist derzeit eine meiner größten Aufgaben. Das Jahr 2019 wird sehr wahrscheinlich für die Planung und Finanzierung benötigt. Bis zum Spatenstich wird es wohl noch eine Weile dauern. Ich gehe davon aus, dass dieser frühestens 2020 erfolgt. Um aber allen Schulkindern in Osthofen einen Platz zu geben, werden im Verlauf des Jahres weitere Schulcontainer auf dem Gelände der Seebachschule aufgestellt.

In den beiden zurückliegenden Jahren wurden die Dörfer in unserer Region von schweren Unwettern heimgesucht. Die Fachleute sprachen von 100-jährigen und darüber hinaus stattfindenden Regenereignissen. Es gab große Schäden, sowohl im privaten, wie auch im öffentlichen Bereich. Wenn wir uns nun alle sicher sein könnten, dass es in den nächsten 100 Jahren solche Regenfälle nicht mehr gibt, könnten wir beruhigt in die Zukunft schauen. Es ist aber leider davon auszugehen, dass es auch in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich Unwetter geben wird. Der Verbandsgemeinderat hat daher beschlossen, für alle 10 Ortsgemeinden und die Stadt Osthofen ein Hochwasserschutzkonzept aufstellen zu lassen. Die Ausschreibung der Arbeiten ist schon erfolgt, die Vergabe des Auftrages steht an. Bei der Aufstellung des Konzeptes werden die Einwohnerinnen und Einwohner mit einbezogen. Nur gemeinsam können wir in diesem Punkt etwas erreichen. Es wird daher Versammlungen geben, an denen die Situationen vor Ort mit Ihnen besprochen und auch gemeinsam Lösungen aufgezeigt werden.

Eine der im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz notwendigen Maßnahmen sollte eigentlich schon erledigt sein: die Renaturierung unserer Gewässer. Geplant war, im letzten Jahr den Riederbach unterhalb von Bechtheim, den Kleinbach unterhalb von Hangen-Weisheim und den Altbach in Gundersheim zu verändern. Die Gewässer sollen künftig nicht mehr kerzengerade fliesen. Ihr Bett soll vielmehr einige Schleifen und Windungen bekommen. Auf diese Weise wird das Gewässerbett breiter und kann bei einem Starkregen mehr Wasser aufnehmen. Im letzten Jahr fand sich leider keine Firma zur Ausführung der Arbeiten. Ich hoffe, dass es in diesem Jahr bei der anstehenden Ausschreibung Bewerber für die Arbeiten gibt.

Eine Sache hat in unserem Leben inzwischen einen hohen Stellenwert: die Nutzung des Internets. In der Mehrzahl der Kommunen in der Verbandsgemeinde Wonnegau ist die Versorgung schon gut. In einigen, zum Glück nur wenigen, ist dies aber nicht der Fall. Besonders Bechtheim und Westhofen sind davon betroffen. Die Ortsgemeinden, die Verbandsgemeinde und der Landkreis haben hier an einem Strang gezogen und gemeinsam die Verbesserung der Breitbandversorgung auf den Weg gebracht. In 2019 ist die Umsetzung dieses ehrgeizigen Projekts vorgesehen. In Einwohnerversammlungen wird die beauftragte Firma Inexio die Bevölkerung informieren, wann es in ihrer Gemeinde losgehen wird, welches Datenvolumen dann in den einzelnen Straßen zur Verfügung steht und was das ganze kostet.

Zu den wichtigsten Einrichtungen in jeder Gemeinde zählt die freiwillige Feuerwehr. Hier engagieren sich ehrenamtlich Frauen und Männer, um Menschen in Not zu helfen. Die Verbandsgemeinde, sie ist für den Brandschutz zuständig, kümmert sich um die Wehren. Die Ausstattung mit Material wird ständig verbessert und ergänzt. Im letzten Jahr wurde der Umbau der ehemaligen Winzerhalle in Bechtheim zum Feuerwehrhaus begonnen. In diesem Jahr, voraussichtlich im Herbst, wird dann der Umzug der Wehr in die neuen Räume stattfinden. Die Mitglieder der Bechtheimer Wehr schauen den Arbeiten übrigens nicht nur zu, sie arbeiten tatkräftig mit und helfen auf diese Weise, Kosten zu sparen. In diesem Jahr soll auch die Renovierung des Westhofener Feuerwehrhauses starten. An dem Gebäude hat deutlich sichtbar der Zahn der Zeit genagt. Für die Feuerwehren suchen wir ständig Personal. Wer also Lust hat, ein paar Jahre sich für die Mitmenschen einzusetzen, der ist bei der Freiwilligen Feuerwehr richtig. Sprechen Sie einfach eine Feuerwehrfrau oder einen Feuerwehrmann an.

Zum Ende meiner Ausführungen möchte ich auf die Kommunalwahlen eingehen. Am 26. Mai werden die Ortsbürgermeisterinnen oder Ortsbürgermeister, in Osthofen eine Stadtbürgermeisterin oder ein Stadtbürgermeister, die Ortsgemeinderäte bzw. der Stadtrat, der Verbandsgemeinderat und der Kreistag neu gewählt. Auch eine neue Landrätin oder einen neuen Landrat gilt es an diesem Tag ebenso zu wählen, wie das Europaparlament. Insgesamt 6 Wahlen finden somit gleichzeitig statt. Ich bitte Sie, von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und wählen zu gehen. Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen unter Ihnen, der sich vorstellen kann, ein paar Jahre in einem politischen Gremium wie beispielsweise einem Gemeinderat mitzumachen. Zurzeit werden von den Parteien und Wählergruppen die Listen aufgestellt. Ein guter Zeitpunkt, um sich bei den Vertretern der Parteien oder politischen Gruppen zu melden.

Der deutsch-amerikanische Physiker Albert Einstein (1879 bis 1955) hat gesagt: „Wenn's alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs Neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht.“ In diesem Sinne, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, hoffe ich, dass Sie auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken können. Für das kommende Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute. Möge es so verlaufen, wie Sie sich das erhoffen.

Ihr
Walter Wagner
Bürgermeister

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