Jahreswechsel 2019 - 2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie ein Gipfelkreuz auf dem Berg ist für mich der Jahreswechsel. Genau ausbalanciert sind gestern und morgen in der Schwebe, kann man gut zurückblicken auf den zurückgelegten Weg. Dreht man sich um, schweift der Blick in Richtung Zukunft. Das eine ist vorbei, das andere noch nicht ganz da.

Für mich kommt alle Jahre wieder der Moment, um innezuhalten – dienstlich wie privat. Begegnungen, Diskussionen, Projekte aus 2019 – was ist gut gelaufen, was hat mich geärgert, wo habe ich Fehler gemacht? Anstehende Begegnungen, Diskussionen, Projekte für 2020 – wo kann ich mich aktiv einbringen, damit es gut läuft. Wie schaffe ich es, bekannte und unbekannte Fehler zu vermeiden?

Was mir im letzten Jahr besonders gut gefallen hat ist Ihr vielfältiges, großes, ehrenamtliches Engagement. Sei es für einen der zahlreichen Vereine, sei es in der Flüchtlingsbetreuung, bei Hilfsorganisationen oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Danke! Ohne Sie alle wäre die Verbandsgemeinde Wonnegau und ihre Gemeinden nur eine reine staatliche Verwaltungseinheit. Mit Ihnen ist es eine an Vielfalt reiche, bunte Gemeinschaft mit Charakter.

Stark gefragt war das Ehrenamt in 2019 bei den Kommunalwahlen. Hier haben sich in allen 11 Gemeinden und der Verbandsgemeinde wieder viele Menschen zur Wahl in die Räte gestellt. Alle Gremien wurden besetzt. Jede Gemeinde hat eine Ortsbürgermeisterin oder einen Ortsbürgermeister. In jeder Kommune hatte sich mindestens eine Person für diese wichtige Aufgabe zur Wahl gestellt. Das ist inzwischen nicht mehr selbstverständlich. In Rheinland-Pfalz sind mehrere Hundert Ortsgemeinden zurzeit ohne Bürgermeister. Bei den Ortsgemeinden gab es einige Wechsel. In Bermersheim, Frettenheim, Gundersheim, Gundheim und Hochborn sind die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister neu im Amt und haben sich im 2. Halbjahr 2019 mit ihren Aufgaben vertraut gemacht.

Im vergangenen Jahr ist einiges in den Gemeinden geschehen. Ich möchte bei meinem Rückblick auf zwei Projekte näher eingehen: den Hochwasserschutz und die Breitbandversorgung.

In den Jahren 2017 und 2018 gab es durch Starkregenereignisse große Schäden in vielen unserer Ortsgemeinden. Zum Glück gab es in 2019 kein solches Ereignis. Die Verbandsgemeinde lässt für das gesamte Gebiet ein Hochwasserschutzkonzept erstellen. Das beauftragte Ingenieurbüro war mit Mitarbeitern vor Ort und hat sich nicht nur mit den Vertretern der Verbands- und Ortsgemeinden unterhalten. Auch die Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehren und die Vorsitzenden der Bauern und Winzervereine wurden um ihre Meinung gefragt. Zahlreiche Einwohnerversammlungen zu diesem Thema haben inzwischen stattgefunden, weitere werden zum Jahresbeginn noch folgen. Die Ergebnisse aus den Beratungen vor Ort und den Versammlungen fliesen in das Konzept mit ein. Ich gehe davon aus, das Hochwasserschutzkonzept wird im Verlauf des Jahres 2020 fertig sein. Es wird dann der Bevölkerung vorgestellt. Dann beginnt aber erst die eigentliche Hauptaufgabe, die Umsetzung. Es wird einige Vorschläge im Konzept geben, die mit geringen Mitteln und auch schnell umzusetzen sind. Andere Vorschläge, ich möchte hier den Bau von Regenrückhaltebecken nennen, brauchen von der Planung bis zur Umsetzung wahrscheinlich längere Zeit und fordern auch einen hohen finanziellen Aufwand. Aber trotz der Kosten, die bezüglich des Hochwasserschutzes auf die Kommunen zukommen, muss diese Aufgabe angegangen werden.

Einiges wurde auch bereits getan. Der Kleinbach unterhalb von Hangen-Weisheim, der Riederbach unterhalb von Bechtheim und der Altbach im Ortsbereich von Gundersheim werden renaturiert. Diese Arbeiten haben im Herbst 2019 begonnen und bedeuten auch einen ersten wichtigen Schritt für den Hochwasserschutz.

Ein weiteres Projekt, welches die Verbandsgemeinde Wonnegau im Jahr 2019 begonnen hat und im Jahr 2020 zum Abschluss bringen möchte, ist die Verlegung des Pumpwerkes für den Abwasserkanal in Osthofen von der Schubertstraße auf das Gelände des Bauhofs der Stadt. Das Kanalrohr mit einer Länge von 440 m und einem Durchmesser von 2 m wurde bereits verlegt. Der Bau des neuen Pumpwerkes wird im Verlauf des Jahres geschehen. Auch diese Maßnahme trägt zum Hochwasserschutz bei, dient aber vor allem der Sicherheit beim Abfluss des Abwassers.

Bei der Breitbandversorgung, der Bereitstellung von schnellem Internet, in allen Gemeinden, sind wir leider noch nicht so weit, wie wir es gerne wären. Der Auftrag an die ausführende Firma wurde durch die Kreisverwaltung inzwischen erteilt. Es gab auch schon einige Vorgespräche und die Planungen laufen auf Hochtouren. Leider sieht man vor Ort noch nichts oder nur wenig. Dies wird sich aber im Verlauf des Jahres 2020 ändern. Ich bin optimistisch, dass bis zum Jahresende die Breitbandversorgung erheblich besser sein wird, als dies zur Zeit der Fall ist. In den nächsten Monaten wird es in mehreren Gemeinden Einwohnerversammlungen zu diesem Thema geben. Die mit der Aufgabe betraute Firma Inexio wird in diesen Versammlungen über den Arbeitsablauf, die Anschlussmöglichkeiten und die Tarife für die Anschlüsse informieren.

Ein anderes wichtiges Thema ist der Brandschutz. In Bechtheim wird zurzeit die ehemalige Winzerhalle zum Feuerwehrhaus umgebaut. Ich war davon ausgegangen, dass zum Jahresende 2019 die Einweihung des Gebäudes erfolgen könnte. Die Arbeiten haben sich jedoch etwas verzögert, stehen aber demnächst vor dem Abschluss. Mit dieser Maßnahme wurde der alten Winzerhalle eine neue Funktion zugewiesen. Die Feuerwehr verfügt künftig über moderne zeitgemäße Räumlichkeiten. Ich möchte mich bereits an dieser Stelle ganz herzlich bei den Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden für ihr außergewöhnliches Engagement bei diesem Vorhaben bedanken.

Das Feuerwehrhaus in Westhofen ist dann das nächste Projekt im Bereich des Brandschutzes. Es würde mich freuen, wenn auch am Westhofener Standort im Verlauf des Jahres eine sichtbare Veränderung erfolgen würde.

Die Ortsgemeinden haben sich im Jahr 2019 vor allem im Bereich der Kindertagesstätten engagiert. Nahezu alle kommunalen Einrichtungen wurden saniert, erweitert oder, wie in Westhofen, sogar neu gebaut. In Bechtheim wird in den nächsten Wochen ebenfalls die Entscheidung fallen, wie es mit der dortigen Kita weitergeht. Dies zeigt, dass allen kommunalpolitisch Verantwortlichen die Kinder sehr am Herzen liegen. Gute Rahmenbedingungen zu schaffen, stand und steht hier an erster Stelle.

Was für die Kindertagesstätten gilt, trifft auch auf die Schulen zu. Die Verbandsgemeinde ist für die Grundschulen und für die Otto-Hahn-Schule in Westhofen zuständig. An der Westhofener Schule wurde im Herbst mit der Sanierung des Sportbereiches begonnen. Es gibt neue Umkleidekabinen, neue Nassbereiche verbunden mit einer grundlegenden Sanierung der Gymnastikhalle und der Sporthalle. Die Arbeiten werden sich noch über das ganze Jahr 2020 hinziehen, die Nutzung der Einrichtung ist aber ab dem Frühjahr wieder möglich.

Die neue Grundschule in Osthofen wird die Gremien der Verbandsgemeinde beschäftigen. Der beauftragte Architekt hat inzwischen das Plankonzept erarbeitet und vorgestellt. Derzeit beschäftigen sich die Ausschüsse mit Fragen wie beispielsweise einer Dachbegrünung, dem Einbau einer Lüftungsanlage, der Errichtung einer Photovoltaikanlage oder in welcher Art die Gebäude beheizt werden. Es würde mich sehr freuen, wenn im Verlauf des Jahres die Baugenehmigung beantragt und der Förderantrag gestellt werden können. Baubeginn wäre dann im Frühjahr 2021.

Ich könnte mit meinem Bericht noch fortfahren, da es noch viele weitere Projekte und Maßnahmen gibt, die eine Erwähnung verdient hätten. Ich lade Sie ein, besuchen Sie doch die eine oder andere Sitzung eines Gemeinderates oder eines Ausschusses. Sie werden erleben, wie spannend Kommunalpolitik ist und wie intensiv die Rats- und Ausschussmitglieder die Themen beraten.

Johann Wolfgang von Goethe hat einmal gesagt, „Erfolg hat drei Buchstaben: TUN“. Ergänzen will ich dieses Zitat mit der Aussage eines unbekannten Autors, der treffend formulierte: „Wenn man will, dass das Jahr erfolgreich wird, muss man am ersten Januar damit beginnen.“ In diesem Sinne, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, schlage ich vor: Packen wir’s an. Das neue Jahr kann kommen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie möglichst viele Ihrer Vorhaben verwirklichen, möglichst viele bereits begonnene Projekte gut fortführen können. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich für 2020 Gesundheit, Schaffenskraft und viel Freude miteinander und aneinander.

Ihr

Walter Wagner
Bürgermeister

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