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Wehmut und Dankbarkeit - Pfarrerin Bettina Klünemann wechselt von Westhofen nach Mainz

Bettina Klünemann zum letzten Mal auf ihrer Kanzel/Quelle: Rudolf UhrigElf Jahre wirkte Pfarrerin Bettina Klünemann in der evangelischen Kirchengemeinde Westhofen und Worms-Abenheim. Zum 1. Februar verlässt sie die Gemeinde an der Seebachquelle und wechselt zur Christuskirche nach Mainz. Die Vakanzvertretung übernimmt Pfarrerin Rita Schaab aus Dittelsheim-Heßloch-Frettenheim. Am vergangenen Sonntag wurde Bettina Klünemann von einer wehmütigen aber auch dankbaren Gemeinde verabschiedet.


Die zahlreichen bewegenden Grußworte machten deutlich, wie engagiert die Pfarrerin  in ihrer Gemeinde ans Werk ging und dass sie Herausforderungen voller Tatendrang anging. Ein Mammut-Projekt aus der jüngsten Vergangenheit war etwa die Sanierung der Westhofener Kirche, die mit dem Wiederaufsetzen des Kirchturms am 2. März 2011 im wahrsten Sinne des Wortes einen Höhepunkt erreichte. Dekan Harald Storch bedankte sich außerdem für Klünemanns Engagement in der Notfallseelsorge und ihre Arbeit mit den Prädikanten und Lektoren im Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau.
 
Eindrücklich war auch das als Zwiegespräch dargebotene Grußwort von Stefan Hofmeister und Jörg Wagner vom Westhofener Carneval Verein. So manche närrische Theorie, was jemanden dazu veranlassen könnte, Westhofen zu verlassen, wurde dabei gesponnen. „Nur Leute, die mehr als 50 Kilometer weit wegziehen, bekommen das Rezept des Westhofener Eierweins überreicht“, wurde festgehalten. Zwar liegen laut „Google Maps“ zwischen der Evangelischen Kirche in Westhofen und der Christuskirche lediglich 45 Kilometer, aber der Eisregen sorgte am Tag des Gottesdienstes dafür, dass die Strecke einem mindestens doppelt so lang vorkam. Und, dass einige Gäste nicht kommen konnten. „Die Kirche war aber dennoch proppevoll“, freute sich Klünemann.

Die lange Liste der Grußworte spricht Bände über das Wirken der Pfarrerin, die – wer auch immer zum Nachfolger gekürt wird – eine große Lücke hinterlassen wird. „Man sieht, dass sich ein richtig gutes Miteinander entwickelt hat“, bestätigte auch Bettina Klünemann. Viele fragten die Pfarrerin dehalb, wieso etwas, das gut ist, einfach zu Ende sein soll. In ihrer Predigt entgegnete sie darauf: „Nichts bleibt ewig, auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen oder viel dafür tun. Nicht unsere Gesundheit und was wir alles körperlich leisten können. Nicht unsere Beziehungen zu Menschen, die uns wichtig sind.“ In der Jahreslosung für dieses Jahr heißt es: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Für die Pfarrerin bedeutet das: „Nicht für die Ewigkeit planen, bauen und leben, sondern neugierig suchen und ausprobieren. Wenn wir wirklich ernst machen mit unserer Suche, wird das Leben spielend leicht. So lockt uns Gott in die Zukunft. Ich bin gerne auf der Suche. Wenn wir uns freuen an den Ideen, die wir und andere haben, dann blitzt Gottes Zukunft schon jetzt auf in unserem Leben, dann sind wir Christen auf der richtigen Spur – und Gott kommt uns entgegen.“


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