Bechtheim

Einwohnerzahl zum 30.06.2023: 1.853

Unterrichtung der Einwohnerinnen und Einwohner über wichtige Angelegenheiten der örtlichen Verwaltung gemäß § 15 GemO

In seiner Sitzung am 09.02.2026 befasste sich der Ortsgemeinderat Bechtheim mit folgenden Themen:

  1. Seit der Inbetriebnahme der Sport- und Kulturhalle wird diese für den Schulsport von der Grundschule Bechtheim genutzt. Nunmehr wurde die Vereinbarung mit der Verbandsgemeinde bezüglich der finanziellen Beteiligung an den laufenden Kosten neu gefasst. Der Rat stimmte dem Entwurf der Verbandsgemeindeverwaltung zu.
  2. Ortsbürgermeister Perlick stellte den Ratsmitgliedern ein von der Kindertagesstättenleitung erstelltes pädagogisches Konzept für die Bechtheimer Einrichtung vor.
  3. Christian Scheuermann, der Leiter des Fachbereichs Natürliche Lebensgrundlagen und Bauen bei der Verbandsgemeindeverwaltung, informierte die Mitglieder des Rates über den Stand der Bauarbeiten der neuen Kindertagesstätte. Er ging auch auf vergebene Aufträge und Nachträge ein.
  4. Ortsbürgermeister Perlick informierte über den Stand der Dinge bezüglich des neuen Bauhofes.
  5. Im Mai wird von der Verbandsgemeindeverwaltung als Straßenverkehrsbehörde eine Verkehrsschau von innerörtlichen Straßen durchgeführt. Es wurden mehrere Punkte angeregt, die bei diesem Termin geprüft werden sollen.
  6. Im nichtöffentlichen Teil ging es um Personal- und Pachtangelegenheiten sowie um die Erteilung des Einvernehmens zu einem Bauantrag.

67574 Osthofen, den 13.02.2026
Wagner
Bürgermeister

Benutzungsordnungen Bechtheim

Haushalt Bechtheim

Satzungen Bechtheim

Text über Bechtheim von Altbürgermeister Wolfgang Thomas

Der alte Weinort Bechtheim, geschützt in einer flachen Mulde, ist rings von Reben umgeben. Wenn man den „Rastplatz voller Heimlichkeiten" betritt, ist man im Bezirk der Freude, der Wonne und der Weinseligkeit - heißt es in einer alten Chronik. Nach der Überlieferung nahm der fränkiche Edelmann „Berchto" hier sein Heim, aus dem sich der Name Bechtheim ableitet. Wegen seiner Kraft und Stärke ist ein Bär im Wappen symbolisiert.
Das Dorf kam im 9. Jahrhundert durch Schenkungen in den Besitz des Hochstifts Lüttich (Belgien) und die Chorherrn begannen um 1020 mit dem Bau der romanischen Basilika, die dem heiligen Lambertus geweiht ist. Sie kann mit ihrem Alter mit den romanischen Dombauten längs des Rheins wetteifern. So prägt sie Bechtheim als das „Kleinod im Wonnegau".
An dem alten Wehrturm, der heutige Kirchturm, ist nach einem Kirchenbrand im Jahr 1558 das Jahr des Wiederaufbaues „5544 nach Erschaffung der Welt" eingemeißelt. Ein Rätsel, das bis heute nicht eindeutig gelöst ist. Im 13. Jahrhundert wurde das Gotteshaus mit einem Hochchor zur Reliquienverehrung erweitert, unter dem sich der Pilgergang mit Ritzzeichnungen aus damaliger Zeit befindet.
Viel Volk durfte schon im Mittelalter auf dem Pilgerpfad in den Ort gekommen sein und den Durst dürfte man in den an der Kirche tief gelegenen historischen Brunnen, dem Lambertusbrunnen und Ägidiusbrunnen gestillt haben. Die vornehme Gesellschaft fand sich im „Wirtshaus zum fröhlichen Mann" ein, wo auch oft die Grafen zu Leiningen bewirtet wurden. Die Leininger Grafen waren seit dem 13. Jahrhundert die Dorfherren und Richter über Hals und Bein. Zeitweise hatten mehr als 20 Adelsfamilien hier ihren Herrensitz genommen, so dass der Ort den Beinamen „Dorf der Herrschaftshäuser" erhielt.
Besonderen Wert legte man schon damals auf die Qualität der Weinerzeugnisse. So gab es bereits 1628 die „Bechtheimer Weingartordnung" nach der verbotswidrig angelegte Rebstöcke „bei Straf“ ausgehauen werden mussten und der Leiningische Amtmann Susemihl fertigte 1780 die „ordentlich zu Papier gebrachte" strenge „Verordnung über die Abgrenzung der Rebanbaufläche," als „ewig gültiges Gesetz," nach dem nur „Rieslinge und Traminer" gepflanzt werden durften. In der Weingeschichte war hiermit die erste Terroir- Abgrenzung geboren.
Nach dem die Franzosen 1792 den Adel vertrieben und deren Besitze versteigerten, bestimmten sie Bechtheim zum Sitz einer Kantonsverwaltung. Der Kanton Bechtheim umfasste mit seinen 20 umliegenden Orten näherungsweise das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinden Wonnegau und Eich.
Heute gehört die Weinbaugemeinde Bechtheim mit ihren rund 1900 Einwohnern und einer Gemarkungsgröße von 1334 Hektar, einschließlich der Rebanbaufläche von 628ha, zur Verbandsgemeinde Wonnegau und bemüht sich den Fremdenverkehr auch durch Übernachtungsmöglichkeiten zu fördern.
Der Ort ist mit seiner historischen Bausubstanz, seinem verwinkelten Ortskern, der schönen evangelischen Kirche, seinen Brunnen und dem Wein immer einen Besuch wert. Besonders das Bechtheimer Weinfest, das am 2. Wochenende im September stattfindet, ist ein Anziehungspunkt für Weinfreunde. Aber auch übers Jahr lohnt der Aufenthalt in Bechtheim.
So kann man auch auf dem Marktplatz am Marktbrunnen, am Obelisk mit ehemals in der Gemeinde geltenden Maßeinheiten, Interessantes erfahren. Zusätzlich stehen um den Brunnen zehn Stelen. Diese geben Aufschluss über Bechtheims Ortsgeschichte in unserer Region Rheinhessen.
Mehr kann man bei einem Ortsrundgang oder einer Kirchenbesichtigung erfahren, die ich als Verfasser dieser Zeilen gerne durchführe.

Wolfgang Thomas, Ortsbürgermeister a. D.